gelbeluegen(Kurznachrichten) Wohl noch keine andere Partei hat ihre Wähler schneller betrogen: Die FDP schloss im Wahlkampf eine Unterstützung der rot-grünen Politik im Land aus. Volker Wissing, damals als Spitzenkandidat der FDP im Wahlkampf tätig, sagte dem Bonner Generalanzeiger am 16.02.2016: „Ich halte eine Unterstützung der rot-grünen Politik in Rheinland-Pfalz für ausgeschlossen.“

Keine 6 Wochen später führt Volker Wissing die Verhandlungen mit rot-grün in eine neue Phase, eine Ampelkoalition, so scheint es derzeit, wird unser Land in den kommenden 5 Jahren regieren. Als Grund dafür gibt Wissing ausgerechnet das „Erstarken der AfD“ an, es müsse einen „vernünftigen Konsens“ der Mitte geben. Damit hintergeht Wissing seine Wähler, die vor allem deshalb seine Partei wählten, weil sie rot-grün verhindern und eine schwarz-gelbe Koalition möglich machen wollten.

Doch auch in der FDP rumort es hörbar, vermutlich würde eine Ampelkoalition viele Parteiaustritte zur Folge haben. Ganze Kreisverbände drohten bereits mit Auflösung, sollte die FDP sich zu diesem Preis an die Fleischtöpfe begeben. Doch das verwundert etwas: Denn dass sich die FDP um jeden Preis einer Regierungskoalition anbiedern würde, war völlig vorhersehbar. Mit den Grünen und der FDP säßen zudem zwei Parteien in der Regierung, die von den Wählern gar keine Legitimation hierfür erhielten. Beide schafften den Einzug in den Landtag gerade so, damit dürfte klar sein, dass die Rheinland-Pfälzer beiden eine Regierungsbildung gar nicht zutrauen, und  im Falle der Grünen eine Fortführung der Regierungsarbeit sogar deutlich ablehnen.